Ausgezeichnete Brände

Edelbrände als bayerische Prämienprodukte (Text und Foto von Uli Kaiser)

Die Klein- und Obstbrenner aus Bayern erzeugen mit ihren Bränden, Likören, Geisten und Spirituosen hochwertige Qualitätsprodukte. Das hat sich einmal mehr bei der Bayern Brand Prämierung 2022 gezeigt. So wurden wieder einige Produkte der Burgkirchner Brennerei Westenthanner ausgezeichnet – Gold für den Obstbrand aus Apfel, Birne und Zwetschge der im Holzfass ausgebaut wurde und 3x Silber für einen Bierbrand, der ebenfalls im Holzfass ausgebaut wurde, sowie ihren Birnenbrand von der Lukasbirne und den Mispelbrand. Es wurden 540 Produkte von insgesamt 127 Betrieben aus den drei bayerischen Klein- und Obstbrennerverbänden Franken, Südostbayern und Lindau analysiert, verkostet und bewertet.

„Wir legen größten Wert auf eine sehr gute Qualität. Deshalb sind unsere Prämierungen zugleich ein Zeugnis der guten Arbeit und ein wertvolles Siegel, an dem sich die Kunden orientieren können“, sagt Andrea Westenthanner, die Geschäftsführerin des Südostbayerischen Obst- und Kleinbrennerverbandes und selbst Brennerin aus Leidenschaft.

„Das zeigt, welch hohe Qualität unsere Mitglieder anbieten. Jede Auszeichnung ist ein Qualitätssiegel, an dem sich der Kunde orientieren kann. Wir alle haben uns in der schwierigen Zeit auf unsere Produkte konzentriert und überlegt, was man verbessern kann. Wir stehen für Regionalität und haben dadurch keine Lieferschwierigkeiten“, freute sich Franzl. Die Ayinger Hausherrin Angela Inselkammer, zugleich auch Vorsitzende von DEHOGA Bayern, bot den Brennern eine Kooperation mit den bayerischen Wirten an, die auf Regionalität setzen. Sie berichtete von einem großen Projekt, das die heimischen Wirte noch stärker mit regionalen Produkten vernetzen wird.

Eine der wichtigsten Merkmale eines sehr guten Produktes ist, dass die Schärfe des Alkohols zu keiner Zeit heraussticht. Nur so können die vielfältigen Aromen der verarbeiteten Früchte optimal wahrgenommen werden. Jeder Genießer freut sich, wenn der reine Duft des Edelbrände oder Geiste lange in der feinsinnigen Nase bleiben. Um das Beste herauszuholen, müssen die Früchte nach der Ernte noch nachreifen. Zudem werden alle angeschlagenen Naturprodukte herausgenommen, um eine perfekte Geschmacksreinheit zu erhalten.

Der Weg zum hochprozentigen Obstgenuss ist ein langer. Die bayerischen Obst- und Kleinbrenner leben mit der Natur. Sie pflegen Streuobstwiesen, auf denen oft ganz alte Sorten gedeihen. Dadurch schützen sie die Artenvielfalt unserer wunderbaren Natur.  „Bis zur ersten Ernte dauert es fünf bis sieben Jahre“, sagt Andreas Franzl.

Die Nachreifung entzieht den Früchten Flüssigkeit. Somit verstärkt sich die Kraft der Aromen, welche der Genießer mit seinem Gaumen spüren kann. Zudem erhöht sich der Zuckergehalt, weshalb die Brenner keinen Zucker zusetzen. Letzteres gilt als oberstes Credo. Nur etwa 50% des anschließenden Destillats können weiterverarbeitet werden. Das dann hochprozentige Konzentrat wird auf 40% Alkoholgehalt verdünnt. Analog zu Käse oder Wein muss der Brand noch einige Zeit reifen. Dazu wandert er unter anderem in ein Fass, das ihm dann zusätzlich eine besondere Note gibt. Je länger der Edelbrand lagert, desto intensiver und samtiger wird er. Doch leider erhalten die Brenner aus Leidenschaft nicht die richtige Vergütung für die Zeit, die dazu verwandt werden muss. Die Brenner erhalten aus einer Tonne Früchte auf diese Weise rund 36 Liter Edelbrand.

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